Projekte

Viele Projekte waren erfolgreich, manche nicht. Immer wurde im Bündnis gehandelt, mit anderen Vereinen, Gremien und Personen. Ohne pro grün gäbe es manche Gebäude, manche Landschaftsteile in der heutigen Form nicht mehr. Manchmal genügen einige Tage der Verhandlung, manchmal dauert es Jahre. Pro Grün ist aufmerksam, ›stört‹, rettet, zum Wohle des Stadtbildes und der Landschaft. Immer wieder neu.

Kosten-Nutzen-Analyse zur Stadtbahnverlängerung Linie 4

Kritische Gegenlese von pro grün e.V.

Um die Kosten und Nutzen der Stadtbahnverlängerung abzuwägen wurde eine vereinfachte standardisierte Bewertung durchgeführt. Dies ist Voraussetzung um Zuschüsse für die Stadtbahn zu bekommen.
Der Verein pro grün e.V. sieht eine Erweiterung des öffentlichen Personennahverkehrs generell positiv. In diesem Fall sehen wir jedoch die Gefahr, dass mit einer Stadtbahn Fakten geschaffen werden, die zu einem unangemessenen zusätzlichen Landschaftsverbrauch führen. Der Verein pro grün e.V. hat die Vereinfachte Standardisierte Bewertung daher einer kritischen Gegenlese unterzogen, welche die Befürchtungen bestätigt.

Die Vereinfachte Standardisierte Bewertung können Sie unter diesem Link lesen:
2019-07-15-StandBewertung_BI_L4_20190328_2.pdf

Die Kritische Gegenlese von pro grün e.V. finden sie in dieser PDF Datei:
Kritische Gegenlese von Pro Grün

Weitere Informationen zum Thema finden sie hier:
https://bielefeld-natuerlich.de


Campusentwicklungs-GmbH setzt die falschen Akzente

Pressemitteilung pro grün e.V. vom 20.11.2018

 

Im Prinzip eine richtige Idee. Uni, FH und Stadt und IHK gründen eine Entwicklungsgesellschaft, um den Hochschulstandort Bielefeld voranzubringen. Das ist eigentlich gut und zu begrüßen. Die Hochschulen sind für die Zukunft Bielefelds ein entscheidender Faktor und verdienen unsere breite Unterstützung! Aber in den Zeitungsartikeln und der Pressemitteilung zur Campusentwicklungs-GmbH bleiben mehr Fragen als Antworten.

  Warum ist gleich wieder von einem möglichen Fraunhofer- und einem Leibniz Institut die Rede - und davon, dass man dafür Grundstücke vorhalten muss? Dieses Märchen wurde schon vor Jahren als solches enttarnt. Die großen renommierten Forschungsinstitute suchen sich ihre Standorte nicht nach günstigen Grundstücken aus, sondern nach wissenschaftlich interessanten Anknüpfungspunkten an attraktive Forschungsprojekte. Es ist schlicht falsch, dass fehlende Grundstücke der Grund für die Zurückhaltung der Forschungsinstitute sind. Es ist aber kein Zufall, dass das alte Märchen jetzt wieder neu erzählt wird: Jeder will seine Stadt mit so einem renommierten Institut schmücken. Wer bei diesem wichtigen Projekt hilft, den kritisiert man nicht. Wer wird schon Campusentwickler mit einem honorigen ehrenamtlichen Geschäftsführer hinterfragen, die die Bielefelder Hochschullandschaft in die bundesweite Top Liga katapultieren wollen? Der Bielefelder Verein pro grün e.V. meint, einige Fragen sollten erlaubt sein.

  Warum soll eine Entwicklungsgesellschaft, die selbst keine Forschung betreibt, Grundstücke auf dem Campus verbrauchen, die doch angeblich dringend für Forschungseinrichtungen benötigt werden? Warum kann die Gesellschaft nicht leerstehende Räume in der Innenstadt, zum Beispiel die Passage Arkade in unmittelbarer Nähe zur neuen WissensWerkStatt in der ehemaligen Bibliothek nutzen? Schnell kommt das Totschlagargument, man könne nur mit Grundstücken und Immobilien kalkulieren, auf die man Zugriff hat. Und das ist bei der Arkade etwas kompliziert. Zu kompliziert für Bielefelder Stadtentwickler?

  Die neue Campusentwicklungs-GmbH will 25 Millionen Euro in genau ein Gebäude investieren. Man will offenbar ein großes Rad drehen. Aber die öffentlichen Flächen, die die Gesellschaft auf dem derzeitigen Campusgelände entwickeln kann, sind überschaubar und deutlich zu klein für eine 25-Millionen Gesellschaft. Es ist ja bekannt, dass Stadt und Universität sehr viel größere Flächenansprüche haben. Es geht nach wie vor um die ganzen Landschaftsflächen zwischen Dürerstraße und Wittebreite. Wie war das? Man kann nur mit Grundstücken und Immobilien kalkulieren, auf die man Zugriff hat? Der Grund und Boden, der mit der 25-Millionen-Investition überplant werden soll, ist Privateigentum von Landwirten und gehört nicht der Universität. Und ob die Ackerflächen überhaupt zum Verkauf stehen werden, ist alles andere als sicher. Merkwürdige Stadtplaner-Logik: Fremde Immobilien sind tabu, fremde Natur- und Ackerflächen sind nicht tabu.

  Merkwürdig auch die Kommunikationsstrategie: Die privaten Grundstückseigentümer haben jetzt aus der Zeitung erfahren, dass sie mit einer millionenschweren Entwicklungsgesellschaft unter Druck gesetzt werden sollen, ihr Eigentum zu verkaufen. Und wie müssen sich die Bürgerinnen und Bürger fühlen, die sich mit dem merkwürdigen Planspiel am Entwicklungskonzept Babenhausen/Mittleres Dornberg beteiligten? Ihnen war in dem Planspiel untersagt worden, über die weitere Uni-Entwicklung zu sprechen. Auch die Bewältigung des künftigen Verkehrs war als Thema tabu. Genau bei diesen entscheidenden Themen sollen Bürgerinnen und Bürger nicht mitdenken. Das soll jetzt wohl exklusiv und ohne Bürgerbeteiligung die neue Entwicklungsgesellschaft übernehmen. Und wann will man den Anliegern verraten, wie man den Forschungscampus künftig erreichen soll? Ganz sicher nicht allein mit Bahn und Rad. Die Anwohner der Stapenhorst-, Voltmann- und Schlosshofstraße werden deutlich mehr Autoverkehr ertragen müssen. Davon wissen sie leider nur noch nichts.

  Dass im gleichen Atemzug der erste Spatenstich für die Stadtbahnverlängerung im nächsten Frühjahr angekündigt wird, klingt für Eingeweihte  - gelinde gesagt - ehrgeizig. Zunächst muss seitens der Planer nämlich das so genannte "standardisierte Bewertungsverfahren" zum Verhältnis von Kosten und Nutzen der Investition erarbeitet werden. Das hätte übrigens spätestens vor drei Jahren geschehen müssen, bevor der Rat abermals fast ohne Debatte einen Beschluss fasst bzw. wiederholt. Sowohl im Rathaus als auch bei mobiel gibt es Fachleute, die hier kein positives Ergebnis erwarten, was die Finanzierung in weite Ferne rücken würde.

  Merkwürdig auch, dass die ambitionierte Bielefelder Entwicklungsgesellschaft bei der universitären Stadtentwicklung in der Champions League spielen will, sich beim Zukunftsthema Nachhaltigkeit aber mit der Provinzliga begnügt. Der Bund hat Nachhaltigkeitsziele beschlossen, die auch der Eindämmung des Flächenverbrauchs dienen. Berlin macht mit der neuen Siemensstadt gerade vor, wie wissenschaftliche Spitzenforschung ohne ausufernden Landschaftsfraß funktioniert. In Bielefeld hängen die Planer aber immer noch an völlig veralteten Stadtentwicklungskonzepten. Uni und FH als öffentlich finanzierte Einrichtungen scheinen sich an die Nachhaltigkeitsziele von Bund und Land nicht gebunden zu fühlen. Schon die neue FH wurde verschwenderisch-raumgreifend in die freie Landschaft gesetzt. Und genauso soll die Entwicklung offenbar weitergehen. Der Verein pro grün e.V. fordert: Das Land NRW sollte Fördermittel im Rahmen der Regionale nur für solche Baumaßnahen gewähren, die den bundesweiten Nachhaltigkeitszielen entsprechen. Es kann doch nicht sein, dass eine öffentliche Einrichtung größter Flächenfresser einer Stadt ist. Die neue Campusentwicklungs-GmbH bietet eine große Chance. Sie könnte auch ein Ort sein, an dem Umweltverbände, Bürgerinnen und Bürger nicht wie bisher ausschließlich über die Presse über die Stadtentwicklung diskutieren, sondern auch direkt miteinander sprechen können. Die Entwicklungsgesellschaft könnte Bielefeld auch zu einem Vorreiter innovativer, flächenschonender und nachhaltiger Stadtplanung machen, die die akademische Innovationskraft der Hochschulen für neue Wege urbaner Entwicklung nutzt. Davon ist leider bisher nicht die Rede. Schade. Wir würden lieber schreiben: Die Campusentwicklungs-GmbH ist richtig gut und sehr zu begrüßen! Aber so bleibt es nur bei‚eigentlich gut’.  

Michael Blaschke
Vorsitzender pro grün e.V.


Presseerklärung pro grün e.v. und Initiative „Bielefeld Natürlich“

zur Berichterstattung über Georg Fortmeiers Ansichten zum Bau der Medizin-Fakultät an der Universität Bielefeld:

 

Ohne Not fordert Georg Fortmeier, SPD-Fraktionschef im Stadtrat, die Ansiedlung der neuen Medizin-Fakultät auf dem Campus Nord. Warum ohne Not? - Die Universität will das Medizin-Gebäude vorrangig im Bereich der in die Jahre gekommenen Parkpaletten auf der Uni-Nordseite errichten. Dafür gibt es zwei wichtige Gründe: zum einen handelt es sich hier planungsrechtlich bereits um ein Sondergebiet. Baugenehmigungen wären dort zügig und weitgehend ohne Konflikte zu erlangen. Zum anderen ist es von dort nur ein Katzensprung ins Hauptgebäude, für Lehrende und Lernende der Medizin ein enormer Gewinn. Synergieeffekte, wie die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur (z.B. Laboren), entstehen und können genutzt werden. Die Uni der kurzen Wege bleibt so erhalten.

Es ist schwer zu verstehen, warum Fortmeier und inzwischen auch Jasmin Wahl-Schwentker von der FDP, der Uni in die Planung pfuschen. Oder doch? Ist da vielleicht doch eine Not? Gibt es möglicherweise für den Campus Nord gar keine Bauinteressenten, wie uns Politik und Bauverwaltung seit geraumer Zeit mit großem Druck glauben machen wollen? Wäre z.B. ein Max-Planck-Institut in Sicht, so würde man die Flächen doch dringlichst freihalten. Muss also die Medizin-Fakultät jotwede gebaut werden, damit sich doch irgendwie die 20 Mio an Baukosten für die Verlängerung der Stadtbahnlinie 4 rechtfertigen lassen?

für pro grün e.v. und die Initiative „Bielefeld Natürlich“
Prof. Dr. Tilman Rhode-Jüchtern
Bielefeld, den 28.11.2017

Vortrag und Diskussion
„Städte im Stress“

Kunsthalle Bielefeld 30.11.2016

Eine Veranstaltung von Bund Deutscher Architekten (BDA) OWL und Pro Grün Bielefeld

Vortrag vom Autor und Blogger Daniel Fuhrhop („Verbietet das Bauen“ oekom-Verlag 2015)

Statements von
Thomas Brewitt, Architekt BDA Bielefeld
Martin Enderle, Beigeordneter a.D., Pro Lutter e.V. und Pro Grün e.V.
Diskussion zwischen den Professoren
Jasper Jochimsen (Hochschule OWL, Beirat für Stadtgestaltung
Bielefeld)
Rolf Westerheide (RWTH Aachen, Städtebau und Landesplanung)
Tilman Rhode-Jüchtern (Uni Jena/ Institut für Geographie, Pro Grün Bielefeld)
Moderator:
Carsten Heil (stv. Chefredakteur der Neuen Westfälischen)

Unsere Städte verändern sich.
Umbau statt Neubau, Bauen im Grünen, Bauen im Bestand, Verdichtung und Nachverdichtung, Konversion, Soziale Stadt, Wohnungskrise, Postwachstum, Transition-Town, Öko-Siedlung, Commons und Share Economy – das sind einige der hundert Stichwörter zum Stadtwandel, immer vor dem Hintergrund der Fragen: „Wem gehört die Stadt?“ und „Wie lautet eigentlich genau das Problem?“

Auch in Bielefeld haben wir es damit zu tun, allerdings oft in hektischen Debatten und bei knappen Mehrheiten, ohne ausgereifte und akzeptierte Leitbilder. Wir zeigen eine Handvoll Beispiel-Bilder aus Bielefeld. Wir nehmen uns zwei Stunden Zeit und diskutieren die Ideen und Werkzeuge.

Sichtweise des Bloggers Daniel Fuhrhop

(www.verbietet-das-bauen.de)

Wenn im Jahr 2016 das Baugesetzbuch geändert wird, nach Jahrzehnten des Redens über Nachhaltigkeit, nach Klimakonferenzen wie wenige Tage zuvor in Marrakesch, und ebenfalls wenige Tage nach der feierlichen Verabschiedung eines Klimaschutzplans 2015, dann sollte man meinen, die Änderungen könnten nur in eine Richtung gehen: Klima schonen, Boden schützen, weniger zersiedeln und weniger versiegeln. Doch genau das Gegenteil trifft zu, denn mit einem Doppelschlag heizt die Bundesregierung die Bauwut vor und in den Städten an. Vor den Städten darf nämlich nun schneller gebaut werden, anders gesagt regelt §13b, dass im Außenbereich das sogenannte beschleunigte Planungsverfahren angewendet werden darf – es wird also einfacher, Äcker und Wiesen in Bauland umzuwandeln, denn man spart sich so unangenehme Dinge wie „die frühzeitige Unterrichtung der Öffentlichkeit  und eine Erörterung. Die sonst obligatorische Umweltprüfung kann ebenso entfallen wie Ausgleichsmaßnahmen, und auch lästige Nachfragen seitens der Umweltbehörden sind nicht vorgesehen“, so fasst es Michael Bauchmüller in der Süddeutschen Zeitung zusammen.

Sichtweise der Architekten, vorgetragen von Thomas Brewitt:

Gefragt sind neue Konzepte und neuer Konsens.

  1. Prognose Flächenbedarf: Welche demographische Entwicklung kann erwartet werden Welche Szenarien liegen zwischen Bauen im Außenbereich und der Nachverdichtung im Bestand?
  2. Welche Flächenbedarfe entsteht durch Neubau – je nach Bauweise und Konzeption?
  3. Wo liegen Flächenreserven oder wie können sie beschafft werden?
  4. Wie „groß“ ist eigentlich eine innerstädtische Freifläche vom Typ Kesselbrink?
  5. Was genau bedeutet das Leitbild einer Nachverdichtung in der Innenstadt?
    Aufstockung vorhandener Gebäude (Wohnen und/oder Gewerbe)? Restflächen/ Baulücken?
    Im Einzelfall opfern von Grünflächen (z.B. an der „Alm“/ Grabeland)?

Sichtweise des Naturschutzes/ Flächenschutzes, vorgetragen von Martin Enderle:

Wir brauchen kein Schwarz-Weiß-Denken. Aber wir brauchen eine neue Nachdenklichkeit und Kooperation für ein neues Leitbild.

  1. Wir haben keinen Masterplan in Bielefeld, wir hangeln uns von Einzelfall zu Einzelfall.
    Stand der Dinge: Unser „aktueller“ Flächennutzungsplan besteht mittlerweile aus 246 Änderungen.
  2. Wenn in Sonntagsreden die „Zivilgesellschaft beschworen wird, gehören die Belange von Natur und Landschaft nicht dazu. (vgl. die AG „Wissenschaftsstadt“ des Oberbürgermeisters, vgl. auch die Parole des OB vom „Krawallbaum“ und vom Bauminister NRW von der „Entgrünung“ der Bebauungsplanung)
  3. Bauträger-/ Investorenplanung kann gelingen, wenn sie integriert ist (Muster: Lenkwerk)
  4. Kreative Erschließung von Reserven: 1 Haus für 1 Familie wird umgebaut für 4 Familien (1:1 wird zu 1:4). „Jung kauft Alt (Beispiel Hiddenhausen). Alleinstehende werden beim Umbau ihrer zu groß gewordenen Häuser unterstützt (z.B. „Wohnen gegen Hilfe“)
  5. Das Umland wird besser für das Zentrum/ den Campus erschlossen (Radschnellwege, Verkehrsverbünde und Tarife, echte P&Ride-Plätze)
  • Beide Verbände schätzen, dass die aktuellen Engpässe zur Hälfte durch kreative Innenverdichtung und Optimierung vorhandener Bestände und Strukturen zu überwinden sind.
  • Beide Verbände werden kurzfristig die Initiative zu einer regelmäßigen Kolumne in der Presse ergreifen. Darin sollen aktuelle Streitfragen von mehreren Seiten beleuchtet werden und für die interessierte Laien-Öffentlichkeit verstehbar gemacht werden.
  • Pro Grün wird kurzfristig auch für Bielefeld die Implementierung des Konzepts „Wohnen gegen Hilfe“ anregen.

pro grün fordert mehr Bürgerbeteiligung

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Der Weg zur Bürgerdemokratie

Am 25. Februar 2011 veranstaltete pro grün eine Podiumsdiskussion zum Thema "Bürgerbeteiligung in Bielefeld". Über 200 Gäste kamen in die Ravensberger Spinnerei und diskutierten lebhaft mit. Bielefelder Politiker, die pro grün eingeladen hatte, blieben bis auf wenige Ausnahmen der Veranstaltung fern - eine vertane Chance. Sie hätten erlebt, wie viel Druck auf dem Kessel ist und dass es verärgerte Menschen nicht nur in Stuttgart gibt. Peter Conradi, einer der Wortführer am Runden Tisch in Stuttgart, war als Hauptredner nach Bielefeld gekommen. Als Medienpartner konnte pro grün die Neue Westfälische gewinnen.

>>> Bielefeld 21 – reden wir früher ?!

>>> NW-Artikel "Der Weg zur Bürgerdemokratie"

>>> zum Filmbericht

Grüner Stadtring

Bielefeld war einmal – wie viele alte Städte in Deutschland – eine mittelalterliche Stadt, mit Altstadt und Neustadt und Burg und Wällen und Gräben. Dann kamen die Bombennächte und später die Bagger und Straßenbauer und die Stadt hatte nur noch wenige unverwechselbare Orte, wie z.B. die Sparrenburg. Der alte Grundriss mit den Wallanlagen ist aber noch zu erkennen, z.B. am sogenannten ›Hufeisen‹ um die ehemalige Altstadt.


Der Leiter der Kunsthalle Ulrich Weisner hatte die Idee, diese alten Wälle trotz Asphalt wieder sichtbar zu machen, mit durchgehenden Baumreihen, wie es Joseph Beuys mit der Aktion ›Stadtverwaldung‹ zur ›documenta‹ in Kassel vorgemacht hatte. Pro Grün kümmerte sich um die Spender und legte ein großes Lederalbum im Stadtarchiv auf, in dem die Spender aufgeschrieben stehen – z.B. eine Reihe von Firmen, die für jeden ihrer Lehrlinge einen Baum spendeten. Heute sind die jungen Bäume schon sehr ansehnlich, und man mag sich gar nicht mehr vorstellen, dass hier einmal nur wilde Parkplätze auf Restflächen waren, direkt um die Altstadt.
 

 

Im Sommer 2016 wurde dann am Beginn des Stauteichs III die Lutterterrasse eingeweiht. Man kann hier am Wasser, genauer: sogar auf dem Wasser sitzen; eine kleine Gaststätte sorgt hier für Kaffee und Kuchen. Geplant und finanziert wurde diese Terrasse von einer Gruppe engagierter Bielefelder Bürger, unter ihnen Pro Grün. Es soll ein weiterer Impuls sein zur Entwicklung eines weitläufigen „Lutterparks“ von der Teutoburger Straße bis zum Hof Meyer zu Heepen. Ein Rahmenkonzept wird derzeit erarbeitet vom Umweltdezernat und einem aufgeforderten Planungsbüro, aus Mitteln der „Stiftung Generotzky“. Es wird deutlich: Bielefeld hat Wasser und einen einmaligen Grünzug entlang der Lutter, er muss nur wahrgenommen und entwickelt werden, mit bescheidenen Mitteln und großer Wirkung.

>>> NW-Artikel vom 26.08.2016

Ideen für einen Lutterpark

pro grün e.V. organisiert eine Exkursion zum Flora-Westfalica-Park in Rheda-Wiedenbrück

Am letzten Oktobertag im Jahr 2015 hatte der pro grün e.V. zu einer Exkursion in den Nachbarkreis Gütersloh eingeladen. Gekommen waren neben Vereinsmitgliedern Bielefelder Lutteranlieger, Politiker und Mitarbeiter der Bielefelder Umweltverwaltung. Mit dem Flora Westfalica Parkleiter und zwei Vertretern des Landschaftsarchitekturbüros standen der Bielefelder Exkursionsgruppe drei äußerst kompetente und auskunftsfreudige Experten zur Verfügung. Eine zentrale Frage zog sich wie ein roter Faden durch die gut dreistündige Begehung: Was können wir für einen Lutterpark in Bielefeld aus der Konzeption, Gestaltung, Erfahrung um den Ems-Park lernen?

Der Ems-Park ist hervorgegangen aus einer Landesgartenschau (1988) mit einer Ausdehnung von ca. 2,6 km als Verbindung der beiden Teile von Rheda-Wiedenbrück und zur Einbindung der Ems in einen Freizeit- und Erholungspark mit größeren Naturschutzanteilen. Derzeit wird der Park nach 28 Jahren modulweise renoviert und umgestaltet; Jahresbudget für die GmbH dafür: 3 Mio € aus Mitteln der Kommune, zuzüglich starker Landesförderungen (z.B. für Wege- und Brückenbau). – Damit ist der Park nicht unmittelbar zu vergleichen mit einem viel bescheideneren Lutterpark, hat aber doch eine Reihe von vergleichbaren Details aufzuweisen.

Der Emspark hat – für die Vielzahl von Nutzern und Interessen – eine Reihe von „points of interest“, u.a. – neben dem Schloss Rheda – z.B. einen Rosengarten, ein Cafè „Emshaus“, eine Wassermühle, ein Kunst-/ Künstleratelier „Bleichhaus“, ein NSG, eine Weichholzaue, Häckselwege an der Ems entlang, eine Stadthalle „Reethus“, einen Wasserspielbereich, ein Seecafè, einen Motoriktrail, eine „Spielerei“ für die Kleinen, eine Schaukelparade, einen Seilzirkus, eine Picknick-Scheune, eine Aussichtsplattform, eine Skateranlage im Areal einer ehem. Kläranlage, zahlreiche Wege und Brücken für Fußgänger und Radfahrer und Rollerblader (ähnlich „Mischverkehrsfläche“). Es gibt keine Störungen und keinen Vandalismus, u.a. durch die soziale Kontrolle der Besucher zu allen Zeiten. Der Park spielt eine sehr große Rolle für die Identität der Stadtbewohner.

Geführt und unterhalten wird der Park durch den Stab in der Verwaltung mit ca. 10 Mitarbeitern und durch Pflege von 6 Gärtnern und zahlreiche geringfügig Beschäftigte; einzelne Arbeiten werden an die Stadt vergeben oder an freie Firmen, da die GmbH selbst nur mit „leichtem Gerät“ arbeitet. Die GmbH hat eine Reihe von Sonderaufgaben, z.B. die Bewirtschaftung der Stadthalle und Verwaltung von Kultur und Events. Es gibt einen Aufsichtsrat aus Vertretern des Stadtrats und eine „Gesellschafterversammlung“, diese wird vertreten allein durch den Bürgermeister, der auch dafür zeichnet.

Einige Fragen von Interesse für einen Lutterpark:

  • Wasserqualität: Nach Entschlammung des Emssees vor ca. 8 Jahren (Finanzbedarf 200.000€ wegen guter Entsorgungsmöglichkeit) ist die Wasserqualität trotz einer Wassertiefe von nur 1-2 m (stellenweise auch 3 m) gut; es gibt keine Sedimente mehr wg. der Umflut der Ems, lediglich geringere Mengen von Biomasse durch Blätter (Bäume werden auf Abstand gehalten). Womöglich spielt eine Fontäne eine gewisse Rolle. Der See hat eine Oberfläche von ca. 10 % des Bi-Obersees.
  • Besucherlenkung/ Ufer/ Durchblicke: Neben dem unzugänglichen, aber sichtbaren NSG gibt es ein Areal für Altarme der Ems (Wasserqualität auch hier gut), die nicht zugänglich, aber gut einsehbar sind. Die Ufer sind stark freigeschnitten, aber neben völlig freiem Blick auf das Wasser (fließend, stehend) gibt es auch immer wieder reizvolle Blickfenster. Wo erwünscht (z.B. am Wasserspielplatz), wird der Zugang zum Wasser bewusst nicht freigeschnitten.
  • Beleuchtung: Nach längerer Suche wurde eine LED-Lampe gefunden, deren Farbspektrum nicht insektenirritierend (und damit schädlich für Fledermausjagd) ist. Damit wird ein Hauptweg durch den Park präzise ausgeleuchtet, Angsträume gibt es deshalb beim Durchqueren des Parks bei Dunkelheit nicht.
  • Umflut: Die Ems wird z.T. sehr eng am Emssee vorbeigeführt, nur durch einen kleineren „Deich“ getrennt. Es gelangt ein kleiner Anteil Frischwasser kontrolliert und sedimentarm durch eine einfache Barriere in den See.
  • Wasserspielplatz und Geräte: ES wird viel Wert auf „aktive“ Geräte gelegt (z.B. der Motoriktrail, der die Überwindung einer längeren Distanz ohne Bodenberührung verlangt). Eine Riesenrutsche mit allen möglichen Schikanen ist für jüngere und ältere Kinder/ Jugendliche geeignet, Preisbeispiel dafür: 49.000€
  • Kunst im Park: Es wurde eine Betonplastik vorgeführt, die allerdings auf keine Gegenliebe stieß, auch nicht im Rahmen von „Geschmack“, über den man streiten kann. Hier stellt sich die Frage, wer die Qualitätskontrolle innehat und das letzte Wort spricht (anders: wie kann man sich auch mal gegen ungewünschte Geschenke oder Sponsorengaben schützen?)
  • Konflikte/ Konfliktausgleich: Es gibt keine Konflikte mit Störern, Vandalen, Ellenbogen-Inhabern oder Hundeführern. Stichwort: Hohe Besucher-/Nutzerfrequenz, Soziale Kontrolle und Ordnung-Halten (keine „broken-windows“-Folgetaten), Dran-Denken auch für kleinere Interessengruppen (z.B. Skater)
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Im Sommer war dann die „Blaue Stunde“ mit der Beleuchtung einer Staumauer angesagt, eine Idylle mit Akkordeonmusik und hunderten Besuchern. Mehrere sagten vor Ort sinngemäß: „Nun fahre ich hier schon seit 50 Jahren jeden Tag mit dem Fahrrad entlang, aber so habe ich das noch nie gesehen – toll!“

>>> WB-Artikel vom 10.08.2015 "Blaue Stunde - Pro Grün lädt zu stimmungsvoller Lichtprobe am Stauteich"

Im Jahr 2016 haben die Vereine Pro Lutter und Pro Grün erprobt, wie das Umfeld der Lutter zwischen Innenstadt und Stauteich III zu verbessern wäre. Eine Aktion war das „Eisbootfahren“ auf dem Stauteich II, mit großer Resonanz bei Jung und Alt. Zwar werden die Stauteiche auf absehbare Zeit nicht für Boote verfügbar sein, aber sie wurden durch diese Aktion doch stärker sichtbar.

Im Jubiläumsjahr 2014 (800 Jahre Bielefeld) hatte Pro Grün bereits in der Rubrik „Bielefeld.natürlich“ eine Reihe von Stelen entlang der Lutter aufgestellt („Lutterstadt Bielefeld – Lust auf Wasser“) , auf denen die wichtige Funktion dieses Flüssleins für die Stadtentwicklung dargestellt wird. (http://lutterstadt-bielefeld.de)

>>> NW-Artikel vom 25.08.2014 "Der Stauteich als Freizeitoase"

>>> WB-Artikel vom 25.08.2014 "Paddel-Paradies Stauteich"

Lutterstadt Bielefeld – Lust auf Wasser

Auch Bielefeld hat es mit dem Wasser: Zuflüsse aus Bächen und Regen, Abflüsse in Kanälen, Stauteiche und idyllische Wasserstrecken. Die Lutter ist das wichtigste Fließgewässer. Vor hundert Jahren lebte die Stadt geradezu von und mit der Lutter: Mühlen, Gerbereien, Brauereien u.v.m. "Bielefeld – Das Venedig des Nordens".

Heute ist die Lutter fast unsichtbar, im Kanal verrohrt oder zugewachsen. Aber an einigen Stellen kann man sie sehen, erleben und genießen. Und am Waldhof ist sie sogar ein Juwel im Stadtbild geworden.

Das Projekt "Lutterstadt Bielefeld" zeigt auf interaktiven Tafeln entlang eines zweistündigen Spazierweges den Bach, gibt Informationen und zeigt Streitpunkte auf.

Die Lutter – ein vielfältiger Bach zwischen Kanal, Natur, Erholung und Stadtbild.

>>> NW-Artikel vom 19.08.2014 "Werbung für die offene Lutter"

Weitere Informationen auf >>> http://lutterstadt-bielefeld.de

Foto: Wolfgang Rudolf

Der Lutterpfad: Wo die Stadt fließt

Stele Nummer 5 an Hammer Mühle aufgestellt

Die Lutter an der Hammer Mühle:
(von links) Die Studenten Tobias Taubert, Tilmann Rhode-Jüchtern, Vorsitzender von Pro Grün, Sina Niedermeyer, Sven Mischke, Daniel Tiemann, Jonas Kleinhaus, Jürgen Büschenfeld von der Fakultät für Geschichtswissenschaft, Jan Staginns und Gestalterin Kim Schmieder. Vor 100 Jahren galt Bielefeld als das "Venedig des Nordens".

>>> NW-Artikel "Der Lutterpfad: Wo die Stadt fließt"


Foto: Hans-Werner Büscher

Lutterstadt Bielefeld

Zwölf Kilometer langes, meist unterirdisches Fließgewässer wird zu einer Marke – und zur Wanderstrecke


Bielefeld (WB). Lutterstadt Bielefeld? Ja, auch Bielefeld hat es mit dem Wasser. Damit das auch allen bewusst wird, haben sich der Verein »Pro Grün«, angehende Historiker, Medienwissenschaftler und Grafikerin zusammen getan, um im Jahr des 800. Stadtjubiläums Lust auf Wasser zu machen.

>>> WB-Artikel "Lutterstadt Bielefeld"

Offenlegung der Lutter

Auf einer alten Postkarte im Stadtarchiv entdeckten wir die Unterschrift ›Bielefeld – das westfälische Venedig‹.

Die Lutter war also nicht nur ein ökologisches Thema als Fließgewässer. Die Lutter war vielmehr früher einmal stadtbildprägend gewesen.

Wir haben recherchiert und geprüft, ob die Lutter wieder aus den ›modernen‹ unterirdischen Kanalrohren befreit werden könnte. Die Initiative fand große Resonanz (abgesehen von einigen bekannten Berufsnörglern, die vor Ratten, Müll und toten Kindern warnten) und es gründete sich der Verein ›Pro Lutter‹. Es wurde Geld gesammelt, um den Eigenanteil der Stadt für eine Landesförderung der Maßnahme zu finanzieren.
Heute gurgelt die Lutter vor dem Gymnasium am Waldhof und erfreut Schüler, Kinder und Bürger; die Planungen für eine weitere Freilegung in der Ravensberger Straße laufen zur Zeit. Am Ende wird es ein blaues Band der Lutter von der Stadtmitte bis in die Außenbezirke zu den drei großen Stauteichen geben, zu Fuß oder mit dem Rad kann man ein Juwel in unserer Stadt wieder entdecken.

››› PDF ›Lust auf Lutter‹

pro grün will die Platanenallee an der Hammer Mühle retten

Ergebnis der pro-grün-Initiative Platanenallee: pro grün hat sich erstmals im Sommer 2011 zum Erhalt der Platanenallee zwischen Teutoburger Straße und Stauteich I positioniert.

Mit dem Flyer/Poster „Die Platanen im Grünzug Ravensberger Straße sind tabu!“ sammelte der Verein in kürzester Zeit zahlreiche Unterschriften und erhielt eine enorme öffentliche Resonanz. Nachdem es schien, dass damit die Allee vor den Sägen des Umweltbetriebs sicher war, begann 2015/2016 eine erneute Debatte, nachdem sich Rechenfehler beim Bedarf an Rückhaltevolumen für das geplante Becken an der Ecke Teutoburger Straße/Ravensberger Straße ergeben hatten. Sie führten für das Becken zu einer erheblichen Kostensteigerung, was zur Folge hatte, dass in den Gremien der Stadt erneut über die Variante eines neuen Kanals ohne Becken diskutiert wurde.

So wurde es wieder notwendig, für den Erhalt der Bäume einzutreten, was vor allem dadurch gelang, dass zahlreiche Anwohner aktiv wurden, Unterschriften sammelten und so für den - hoffentlich - endgültigen Schutz der 100 Jahre alten Allee sorgten.

 

 

Kommunalwahl 2020 in Bielefeld

Was zu tun ist – Grundsätze des Naturschutzes im Dialog

Dazu hatten pro grün e.V. und Bielefeld natürlich eingeladen.

Am 10.08.20 ging es bei Bielefeld natürlich um die Themen Klimakrise und Frischluft.

Am 14.08.20 hatte pro grün e.V. die Themen Flächennutzung und Landwirtschaft gesetzt.

Die Videoaufzeichnungen der Veranstaltungen sind auf dieser Seite (siehe unten) und bei Bielefeld natürlich zu sehen.

Ziel der Veranstaltungen war es, die Positionen und Meinungen der Politikerin und der Politiker klar erkennbar zu machen, um sie transparent gegen unsere Forderungen zu setzen. Den aus unzähligen Talkshows bekannten Schlagabtausch im Sekundentakt wollten wir vermeiden, denn Wortgefechte sind vielleicht unterhaltsam, verraten aber mehr von den rhetorischen Fähigkeiten der Diskutanten als über die Inhalte, für die sie stehen.
Wir haben allen Politiker*innen 5 Minuten Zeit gegeben, um ohne Zwischenfragen und Unterbrechungen zu den gesetzten Themen Stellung zu nehmen.
Diskutiert wurde dann natürlich auch noch. Eingeladen waren alle im Rat vertretenen Parteien.

Gekommen waren zur Veranstaltung am 10.08.20: Pit Clausen (SPD),  Alexander von Spiegel (UBF), Paul John (Bündnis 90/Grüne), Ralf Nettelstroth (CDU), Christian Heißenberg (Bürgernähe/Piraten), Bernd Vollmer (Die Linke), Michael Gugat (LIB).

Am 14.08.20 vertrat Gordana Rammert die Bürgernähe/Piraten. Für Bündnis 90/Grüne war Jens Julkowski-Keppler gekommen. Die anderen Parteien waren mit den schon in der Veranstaltung zuvor anwesenden Kandidaten vertreten.

 

14.08.2020

Landwirtschaft, Flächenverbrauch und Wohnen – Hof Dingerdissen, Heepen
Chronologisch in vier Teilen

Teil 1: pro grün fordert

 

Teil 2: Positionen Politik

Teil 3: Diskussion

Teil 4: Statements Politik

10.08.2020

Klimaanpassung, Flächenverbrauch, Verkehr - Dornberg
Die gesamte Veranstaltung in einem Teil hier.

05.08.2020

40 Jahre pro grün e.V.

Einladung zu einer unterhaltsamen und genussreichen Wanderung mit Extrembotaniker Jürgen Feder

 

Gundermann und Mäusegerste – auf der Spur verkannter Schätze

Samstag, 20. Juni 2015 um 14.00 Uhr
Treffpunk Parkplatz vor dem Marktkauf Artur-Ladebeck-Straße 81, Bielefeld
Direkt an der Straßenbahnhaltestelle Friedrich-List-Straße


Liebe pro grün Mitglieder,

zum 40jährigen pro grün Jubiläum möchten wir Sie herzlich einladen, die Bielefelder Natur zusammen mit Ihren Verwandten, Bekannten, Freunden und Nachbarn von einer ungewöhnlichen Seite zu erleben. Eine zweistündige entspannte Wanderung führt uns durch Parks, Wälder und Felder, ein Stück des Bohnenbachs entlang und endet in der „Neuen Schmiede“ mit einem kleinen Imbiss.

Der aus Büchern, Funk und Fernsehen bekannte Jürgen Feder ist ausgewiesener Botanikexperte, der einen besonderen Sinn für die ungewöhnlichen und unterhaltsamen Pflanzengeschichten hat, die in wissenschaftlichen Veröffentlichungen gern verschwiegen werden. Das Internet bietet unter www.juergen-feder.de einen ersten Eindruck seiner besonderen Sicht auf die heimische Pflanzenwelt. Sehenswert ist auch sein Auftritt bei Stefan Raabs TV total, zu finden bei YouTube.

Der Rückweg von der „Neuen Schmiede“, Handwerkerstr. 7 in Bielefeld Bethel, zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung ist zu Fuß in 10 Minuten zu bewältigen.

Wir würden uns freuen, Sie gern auch mit weiteren Gästen auf unserer Jubiläumswanderung begrüßen zu dürfen.

Für den Vorstand
Regine Schürer (Geschäftsführerin)

>>> NW-Artikel vom 17.06.2015 "Das Grüne Gewissen Bielefelds"

Johannisbachaue

 

NABU-Stadtverband Bielefeld e.V.
Naturwissenschaftlicher Verein für Bielefeld und Umgegend e.V.
BUND-Kreisgruppe Bielefeld
pro grün Bielefeld e.V.

Bielefeld, im Januar 2015

Pressemitteilung

Vorschläge für das „Grobkonzept Obersee-Johannisbachaue“ aus Sicht des Naturschutzes

Mit dem beigefügten Positionspapier formulieren die vier Bielefelder Naturschutzverbände NABU-Stadtverband Bielefeld e.V., Naturwissenschaftlicher Verein für Bielefeld und Umgegend e.V., BUND-Kreisgruppe Bielefeld und pro grün Bielefeld e.V. Vorschläge zur weiteren Entwicklung des in letzter Zeit vieldiskutierten Landschaftsbereichs Obersee und Johannisbachaue im Bielefelder Norden zwi-schen der Engerschen und der Herforder Straße. Dieser Bereich ist für die Naherholung der Bielefel-der Bevölkerung und für den Naturschutz gleichermaßen von hoher Bedeutung und es gilt, beide Interessen bei der weiteren Entwicklung so auszutarieren, dass die Belange des Landschafts-, Natur- und Artenschutzes sachgerecht berücksichtigt werden.

Der Obersee ist für Wasservögel das wichtigste Brut- und Rastgebiet im weiten Umkreis, da gleichwertige und vergleichbar große Gewässer im Ravensberger Land nicht vorkommen. Er ist in seiner jetzigen Nutzung zugleich das wichtigste Naherholungsziel im Bielefelder Norden für Tausende von Menschen, die eine stille Erholung bevorzugen und sich an Landschaftsgenuss und Naturbeobach-tung erfreuen. Für beide Zielgruppen wäre eine weitere Intensivierung der Nutzung schädlich.

Die Johannisbachaue verfügt als alte Kulturlandschaft ebenfalls über ein reiches Naturpotenzial, das sich allerdings in den vergangenen Jahrzehnten in größeren Teilbereichen nicht angemessen entfalten konnte. Das Heckrinderprojekt zeigt, wie diese Potenziale durch eine gezielte Bewirtschaftung erschlossen und gleichzeitig als Besuchermagnet für die Naherholung genutzt werden können. Die hohe Akzeptanz in der Bevölkerung für diese Entwicklung hin zu einer stillen, naturnahen Erholung ist so offensichtlich, dass auch hier eine kommerzielle Intensivnutzung als Freizeitpark nachteilig wäre.

Die vier Bielefelder Naturschutzverbände begrüßen daher einhellig die Verabschiedung der breiten Mehrheit in Politik und Bevölkerung von dem Ziel eines Untersees und unterstützen die Aufstellung des neuen Grobkonzepts für ein Naturschutzgebiet in der Johannisbachaue mit dem Vorrang des Naturschutzes und der naturnahen Erholung sowie die damit verbundene Anpassung des Land-schaftsplans Bielefeld-Ost.

Die Kernforderungen der Naturschutzverbände dazu lauten:

  • Erhaltung der beliebten und vielgenutzten Naherholungsanlage Obersee mit weiterhin beruhigter Wasserfläche ohne weitere Nutzungsintensivierung
  • Weiterentwicklung der Johannisbachniederung zu einer attraktiven Naturerlebnis- und Naturschutzregion mit vielfältigen Angeboten zur stillen Naherholung.

Diese Kernforderungen werden im Positionspapier detailliert erläutert, präzisiert und begründet.
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Ansprechpartner für Nachfragen und v.i.S.d.P.:
NABU-Stadtverband Bielefeld, Dr. Jürgen Albrecht,
Hageresch 66, 33739 Bielefeld,
Tel. 0521-881483, Mail: jalbrecht.bielefeld@t-online.de

>>> Positionspapier „Grobkonzept Obersee-Johannisbachaue“ aus Sicht des Naturschutzes

Neumarkt

Pro-Grün-Pressegespräch wg. Neumarkt


Konkrete Forderungen von Pro-Grün

  • Transparenz herstellen und Öffentlichkeit beteiligen (wurde bereits alles genehmigt?)
  • Grün- und Wegeverbindung ins Ostmannviertel erhalten (Schildbürgerstreich, wenn die auf den Kesselbrink zulaufende Achse verbaut würde)
  • Neumarkt als Platz erhalten und aufwerten (Grün und ggf. Wasser), Aufenthaltsqualität verbessern, Klimaausgleichspotential in Kernstadt-Wärmeinsel schaffen
  • Neumarkt künftig von PKW-Verkehr freihalten, insb. ruhender Verkehr

>>> NW-Artikel vom 14.08.2014 "Stadtreparatur am Neumarkt" "Neumarkt muss offen bleiben"

>>> Pro-Grün-Pressegespräch wg Neumarkt (33. KW 2014) Hintergrundpapier (Rhode-Jüchtern)

Umweltausschuss/Umweltdezernat

Pressemitteilung

Bielefeld, 14.09.2014

Umweltausschuss und Umweltdezernat müssen bleiben!

Zur Ratssitzung am 18. September stellt die BfB zwei Anträge, die den kommunalen Umweltschutz frontal angreifen.

  • Der Umweltausschuss soll abgeschafft werden.
  • Das Umweltdezernat soll abgeschafft werden.

Sparen ist das Hauptargument der BfB. In der Presse hat Johannes Delius genauer gesagt, wie er sich das vorstellt: Die Umweltdezernentin soll das vakante Sozialdezernat übernehmen, und die Ämter ihres Dezernats sollen dem Baudezernenten zugeschlagen werden. Mal abgesehen davon, dass Baudezernent Moss schon heute übermäßig ausgelastet ist und Frau Ritschel fachlich aus dem ökologischen, aber nicht aus dem Sozialbereich kommt, geht es der BfB vor allem darum, den Umweltschutz in unserer Stadt zu schwächen. Eine simple Überlegung belegt das: Herr Delius hätte ja auch vorschlagen können, das Baudezernat der Umweltdezernentin zuzuschlagen.

Nein: die BfB konnte mit ökologischen Themen noch nie etwas anfangen. Das Umweltdezernat, Naturschutz (z.B. in der Johannisbachaue), Baumschutz (z.B. der Schutz der Platanenallee an der Ravensberger Straße), all das war ihr immer schon ein Dorn im Auge. Und Umweltthemen sollen - bitteschön - im Stadtentwicklungsausschuss mit besprochen werden.

Umwelt- und Baupolitik einer Stadt stehen immer in einem 'natürlichen' Spannungsverhältnis zueinander. In einer kreisfreien Stadt wie Bielefeld, die nur wenig verplanbare Fläche hat, ist das besonders gravierend. Wo man bauen will, kann man nicht gleichzeitig Naturschutz betreiben, Biotope retten, Arten schützen und für die Bürgerinnen und Bürger das lebendige Grün erlebbar halten.

Der Plan der BfB ist einfach und durchschaubar. Wenn das große und mächtige Baudezernat den ohnehin schon schwachen Umwelt- und Naturschutz als Randaufgabe mitverwaltet, dann wird es noch leichter, Bielefeld für zweifelhafte Verkehrsprojekte und dubiose Investorenplanungen zu zubetonieren. Diese bekannte Konfliktstellung erfordert es, das Baudezernat und das Umweltdezernat innerhalb der Verwaltung fachlich selbständig zu führen und konflikthaltige Fragestellungen zwischen Bauen und Umwelt in der Verwaltungsspitze zur Entscheidung zu bringen.

Und Gleiches gilt für den politischen Diskurs.

pro grün e.V. plädiert nachdrücklich für die Beibehaltung des Umweltdezernates und tritt für einen separaten Umweltausschuss ein. Dieser sollte in seinen Kompetenzen gestärkt werden und beispielsweise in alle wichtigen Entscheidungen, die die freie Landschaft betreffen, einbezogen werden.

Michael Blaschke
Vorstand pro grün e.V.

Kommunalwahl 2014

Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl 2014,
am 15. Mai, 18 Uhr im Historischen Museum im Ravensburger Park

 
Die Parteien zur Umwelt- und Naturschutzpolitik in Bielefeld

UNSERE FORDERUNGEN

  • Erholung im Grünen ermöglichen und Gesundheitsvorsorge vorantreiben
  • Die weitere Zunahme der Siedlungsund Verkehrsfläche eindämmen
  • Natur, Landschaft und Wald entwickeln
  • Klimaschutz zur Erreichung der CO2-Reduktionsziele verstärken
  • Boden- und Gewässerschutz gewährleisten
  • Öffentlichkeitsarbeit und naturpädagogische Angebote sichern und verbessern

>>> Umweltforderungen_Kommunalwahl

Stadtbahnausbau

pro grün ist für den Stadtbahnausbau,
aber die Trassen müssen passen …

Zwischen Jahnplatz und Adenauerplatz wird vermutlich die Trasse einer oberirdischen „Linie 1 neu“ verlaufen. Stellt sich die Frage, wo hier die notwendige Fläche gefunden werden kann.

Im alten Denken („Autogerechte Stadt“) wäre vermutlich der breite Grünstreifen zwischen den diversen Autospuren die sog. Planungsreserve – allerdings stehen hier im Verlauf der alten Wallanlage um die Altstadt Bäume, der „Grüne Stadtring“ nämlich.

In einem neuen Denken sollte also eine Alternative gefunden werden. Nach allen Erfahrungen mit einer kreativen Flächenbewirtschaftung (Stapenhorststraße, Detmolder Straße) für Individual- und Öffentlichen Nahverkehr reicht dafür die bislang – überaus üppig – versiegelte Fläche aus.1

Für die erste Runde des Bürgerdialogs, vor einer baldigen Grundsatzentscheidung im Rat und vor ungewollten Nebenfolgen in der Trassenfestlegung erinnert der Gemeinnützige Verein pro grün Bielefeld an die Wertigkeit des Grünen Stadtrings:

  • Oberbürgermeister Schwickert betonte am 2.6.1985 in der Kunsthalle: „Bäumepflanzen ist wohl eine der sinnvollsten Tätigkeiten, die der Mensch ausüben könne“ und berief sich dabei auf Martin Luther. „Heute seien gewisse Schädigungen offensichtlich – nicht nur für das Stadtbild, sondern auch für das Wohlgefühl der Bewohner und die Lebensfähigkeit der Stadt. Hier sei ein Umdenken notwendig.“ (NW vom 3.6.1985)
  • Die Firma Seidensticker schreibt am 5.9.1985 an den OB: „Symbolisch möchten wir für jeden unserer 122 Auszubildenden einen Lindenbaum stiften, um damit den Glauben an eine positive Zukunft unserer Jugend zu dokumentieren. Gleichzeitig soll dies ein Dankesgruß sein an die Stadt, in der wir arbeiten und leben.“
  • Das Evangelische Jugendpfarramt Bielefeld schreibt am 24.10.1985: „Wir haben Ihnen DM 300 für zwei Bäume überwiesen. Diesen Betrag haben ehrenamtliche Mitarbeiter auf dem Mitarbeitertag der Ev. Jugend Bielefeld gesammelt, um ihren Beitrag an dieser Stelle für die Schöpfung zu leisten.“
  • Die Firma Böllhoff schreibt am 21.10.1985 an den OB: „Bäume pflanzen bedeutet nicht nur die Sorge für Verschönerung, für besseren Sauerstoff, sondern bedeutet auch symbolisch den Glauben an die Zukunft. Dass die Stadt auch dafür Zeichen setzt, welche hoffentlich noch in vielen Jahren davon zeugen, dass unsere Generation gegen viel Miesmacherei eine Perspektive sieht, wenn wir nur selbst etwas tun, finden wir sehr erfreulich und unterstützenswert. – Wir möchten uns der Tat der Firma Seidensticker anschließen. Wir haben derzeit 41 Lehrlinge, welche uns überwiegend viel Freude machen. Jedem einzelnen wollen wir 1 Baum widmen und unterrichten. – Ihnen und dem ganzen Rat möchten wir bei dieser Gelegenheit für Ihre Arbeit danken … Das Ziel scheint uns erreichbar: Bielefeld, die grüne und wirtschaftsfreundliche Großstadt am Teutoburger Wald.“

Von der Weltfirma bis zum einzelnen Rentner wurden weit über 250 Linden gespendet; die Namen sind in einem großen Buch im Stadtarchiv dokumentiert. Einige Wunden aus der stadtplanerischen Vergangenheit sind damit geheilt. Fast alle Bäume sind gut angegangen, der „Grüne Stadtring“ lebt, das Altstadt-Hufeisen hat wieder ein Gesicht.

1Auf keinen Fall sollte also der Mittelstreifen für die Trasse beansprucht werden. Die Stadtbahn könnte – überfahrbar – rechts und links am Fahrbahnrad verkehren, der Ein- und Ausstieg wäre dadurch erleichtert. Ein kleineres Problem ist die Rückverschwenkung ab Adenauer-Platz Richtung Brackwede; ein größeres Problem ist der Umstieg am Jahnplatz zu den anderen Linien ohne Behinderung der Fußgängerüberwege.

>>> https://bielefeld-pro-nahverkehr.de

Bielefeld 21

Der Weg zur Bürgerdemokratie

Am 25. Februar 2011 veranstaltete pro grün eine Podiumsdiskussion zum Thema "Bürgerbeteiligung in Bielefeld". Über 200 Gäste kamen in die Ravensberger Spinnerei und diskutierten lebhaft mit. Bielefelder Politiker, die pro grün eingeladen hatte, blieben bis auf wenige Ausnahmen der Veranstaltung fern - eine vertane Chance. Sie hätten erlebt, wie viel Druck auf dem Kessel ist und dass es verärgerte Menschen nicht nur in Stuttgart gibt. Peter Conradi, einer der Wortführer am Runden Tisch in Stuttgart, war als Hauptredner nach Bielefeld gekommen. Als Medienpartner konnte pro grün die Neue Westfälische gewinnen.

>>> Bielefeld 21 – reden wir früher ?!

>>> NW-Artikel "Der Weg zur Bürgerdemokratie"

>>> zum Filmbericht
 

Schloßhof

Aufgeschreckt durch Pressemeldungen, nach denen der "Schloßhof" im "Alten Bielefelder Westen" nach dem Eigentümerwechsel für einen Gaststättenneubau abgerissen werden soll, schloss sich pro grün dem "Aktionsbündnis Schloßhof" an mit dem Ziel, eine bauliche Lösung im Rahmen des Bestandsschutzes zu erreichen und wesentliche Teile des Schloßhofes unter Denkmalschutz zu stellen, um so diesen wichtigen Geschichtsort und Ort der Erinnerung zu bewahen und ihn in eine aktualisierte Nutzung zu integrieren.

>>> PDF

Stothbachwald

Bielefeld, 27.03.2015

Strothbachwald - Gewerbe oder Naturschutz?

pro grün e.v. fordert Politiker auf, zu den eigenen Ratsbeschlüssen zu stehen.

Vor wenigen Tagen hat sich der Rat der Stadt Bielefeld zum Schutz des Strothbachwaldes in Sennestadt bekannt. Die Debatte war hitzig und aufgeladen. Das überrascht bei der Bedeutung des Themas nicht. Erstaunlich ist schon eher das peinlich schlechte Gedächtnis einiger Oppositionspolitikerinnen und -politiker aus CDU, BfB und FDP. Deshalb hat pro grün die 21 Jahre alten Beschlüsse zum Landschaftsplan Senne recherchiert. Der Satzungsbeschluss zum Landschaftsplan Senne bildet die Grundlage für das Naturschutzgebiet Strothbachwald.

Der Landschaftsplan Senne wurde am 16. Juni 1994 vom Rat der Stadt Bielefeld beschlossen. Die damalige Ratsmehrheit wurde von CDU, BfB und FDP gebildet.

Das Naturschutzgebiet Strothbachwald ist mithin das Produkt der damals bürgerlichen Ratsmehrheit!

Wirtschaftsdezernent war übrigens zum damaligen Zeitpunkt Rainer Ludwig, der heutige Vorsitzende der BfB. Ludwig hätte sich 1994 durchaus - auch in öffentlicher Sitzung - gegen das Naturschutzgebiet aussprechen können. Die Gemeindeordnung NRW gibt Wahlbeamten hierzu ausdrücklich die Möglichkeit. Rainer Ludwig jedoch hat in seiner Funktion die Ratsvorlage des damaligen Oberstadtdirektors Dr. Volker Hausmann, die den Naturschutzvorschlag für den Strothbachwald enthielt, mitgetragen.

Noch ein Wort zum Verhalten der Fa. Wahl & Co:

Bereits Ende der 80er Jahre, als die Firma sich am jetzigen Standort ansiedeln wollte, gab es öffentlich diskutierte starke Zweifel an der Eignung des Areals für eine Spedition. Schon damals war der Strothbachwald, und die durch diesen Wald eingeschränkte Expansionsmöglichkeit, ein zentrales Thema. Spätestens seit der Naturschutzausweisung und dem Ratsbeschluss vor 21 Jahren wusste das Unternehmen detailliert um den ökologischen Wert des Waldes, der damit als Expansionsfläche nicht mehr zur Verfügung stand.

Als der Ehrenvorsitzende von pro grün, Dietmar Stratenwerth, im Jahr 2011 von Plänen des Unternehmens Wahl & Co. erfuhr, einen LKW-Abstellplatz in einen Randstreifen des Strothbachwaldes zu bauen, ließ er mit Unterstützung der „Stiftung für die Natur Ravensberg“ die Sachlage ausführlich untersuchen und untermauerte erneut den Schutzstatus und die Schutzwürdigkeit des Strothbachwaldes. Das Untersuchungsergebnis, eine 13-seitige Dokumentation, hat er schriftlich der Unternehmensleitung überreicht und im persönlichen Gespräch dem Unternehmensvorstand erläutert. Gesprächszeuge war Prof. Dr. Roland Sossinka (BUND). Beide warnten Wahl & Co. ausdrücklich vor den Erweiterungsplänen und möglichen fehlgeleiteten Investitionen. Wahl & Co. schlug diese Warnungen in den Wind. Insoweit hat das Unternehmen seine jetzige Situation selbst aktiv herbeigeführt.

Die zurzeit seitens interessierter Politik- und Wirtschaftskreise öffentlich vertretene Einschätzung, bei dem Streit um den Strothbachwald handele es sich um eine Entscheidung zwischen kompromisslosem Naturschutz und dem wirtschaftlichen Überleben eines wichtigen Arbeitgebers ist schlicht falsch. Es geht vielmehr um die Frage, ob ein Wirtschaftsbetrieb die Konsequenzen seiner freien unternehmerischen Entscheidung tragen muss, oder ob er die Auswirkungen von Fehlentscheidungen auf die Allgemeinheit, in diesem Fall auf die Natur abwälzen kann. Naturschutzgesetze und Schutzgebietsausweisungen können ihre Aufgaben nur erfüllen, wenn sie für alle Seiten langfristig verlässlich und bindend sind. Wer Naturschutzgebiete als frei verfügbaren Planungsreserven nutzen will, deren Schutzstatus man einfach aufheben kann, um die Folgen einzelner unternehmerischer Fehlentscheidungen auszubügeln, handelt fahrlässig und gesetzeswidrig.

Ein Ratsbeschluss – egal zu welchem Thema - ist die wichtigste Gestaltungsmöglichkeit der Kommunalpolitik. Politikerinnen und Politiker degradieren im aktuellen Fall einen Ratsbeschluss zu einer unbedeutenden kurzlebigen Willensbekundung, wenn sie beim Strothbachwald sogar den eigenen Ratsbeschluss nach Belieben zu wertloser Makulatur erklären. Ein fatales Signal – nicht nur für den Naturschutz in Bielefeld.

Michael Blaschke
für den pro grün Vorstand

Stothbachwald

Strothbachwald: unersetzlich!

Zusammen mit den Bielefelder Umweltverbänden und anderen Vereinen engagiert sich pro grün e.V. für den Schutz des Strothbachwaldes in der Senne. Das Naturschutzgebiet soll einer Spedition weichen, die dort ihr Betriebsgelände erweitern will. Das von dem Unternehmen vorgelegte Gutachten strotzt vor Fehlern. Bereits vor über 10 Jahren hatte pro grün e.V. gewarnt, dass die Ansiedlung einer Spedition an dieser Stelle langfristig zu Konflikten führen wird. Jetzt bestätigen sich die Befürchtungen. Die Umweltverbände fordern von der Stadt Bielefeld, das kommunale Waldgrundstück nicht an die Spedition zu verkaufen.

Kommunalwahl 2009

Wie umweltfreundlich sind unsere Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters? Auf Initiative von pro grün laden die vier Bielefelder Umweltverbände anlässlich der Kommunalwahl zu einem großen Gespräch mit der Kandidatin/den Kandidaten für das Amt des Bielefelder Oberbürgermeisters ein. Am 3. Juni kommen über 200 Bielefelder in die Ravensberger Spinnerei und diskutieren engagiert unter der Leitung eines professionellen Moderators. Als größtes Naturschutzproblem der Stadt wird an diesem Abend der ungezügelte Flächenverbrauch gesehen. Da ist Handlungsbedarf!

Lange Lage

Mit einem Plan B sorgt pro grün für viel Diskussion in der Bielefelder Öffentlichkeit. Universität und Fachhochschule wollen in einem unbebauten Grüngürtel Landschaft verbrauchen, um mit neuen Gebäuden zu wachsen. Dass die Bielefelder Hochschulen expandieren begrüßt pro grün. Allerdings wurde in den Plänen nicht einmal geprüft, ob das Wachstum nicht auch auf vorhandenen Flächen, ohne zusätzlichen Landschaftsverbrauch möglich ist. Dieses Planen auf der grünen Wiese ohne an Alternativen zu denken darf es in einer Zeit, in der der Landschaftsverbrauch auch nach der Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel eines der wichtigsten Probleme ist, nicht geben. Darum hat pro grün den Plan B entwickelt. Der zeigt, wie das Denken in Alternativen funktioniert.

>>> siehe PDF

Offenlegung der Lutter

Auf einer alten Postkarte im Stadtarchiv entdeckten wir die Unterschrift ›Bielefeld – das westfälische Venedig‹.

Die Lutter war also nicht nur ein ökologisches Thema als Fließgewässer. Die Lutter war vielmehr früher einmal stadtbildprägend gewesen.

Wir haben recherchiert und geprüft, ob die Lutter wieder aus den ›modernen‹ unterirdischen Kanalrohren befreit werden könnte. Die Initiative fand große Resonanz (abgesehen von einigen bekannten Berufsnörglern, die vor Ratten, Müll und toten Kindern warnten) und es gründete sich der Verein ›Pro Lutter‹. Es wurde Geld gesammelt, um den Eigenanteil der Stadt für eine Landesförderung der Maßnahme zu finanzieren.
Heute gurgelt die Lutter vor dem Gymnasium am Waldhof und erfreut Schüler, Kinder und Bürger; die Planungen für eine weitere Freilegung in der Ravensberger Straße laufen zur Zeit. Am Ende wird es ein blaues Band der Lutter von der Stadtmitte bis in die Außenbezirke zu den drei großen Stauteichen geben, zu Fuß oder mit dem Rad kann man ein Juwel in unserer Stadt wieder entdecken.

››› PDF "Lust auf Lutter"

Turmbau zu B.?

Stellungnahme zum Hochhausprojekt Adenauerplatz

Am Adenauerplatz in Bielefeld möchte ein Investor ein Hochhaus errichten. Stockwerke: 12. Höhe: 36,86 m.
Der Rat der Stadt (bzw. UStA) hat einen Aufstellungsbeschluss für eine ››vorhabenbezogene Änderung‹‹ des Bebauungsplans gefasst. Irgendwann im Sommer wird im Rat endgültig beschlossen.
Die Bürger wurden - wie vorgeschrieben - von der Verwaltung frühzeitig informiert (20.3.2003). Um die dreißig Personen waren gekommen, ››ist ja sowieso schon beschlossene Sache‹‹. Bis auf einen Redner waren alle strikt dagegen. Zuvor schon viele in Leserbriefen. Und einhellig im Beirat für Stadtgestaltung.
Eine richtige Debatte hatte es in der Öffentlichkeit aber nicht gegeben. Einige bürgerliche Vereine luden deshalb am 10.4.2003 ein in die Kunsthalle zu einem Kolloquium.
Für die Befürworter sprach Bezirksvorsteher Horst Grube, für die Gegner sprach der ehemalige Leiter des Planungsamtes Roland Seredszun. Der Baudezernent und der jetzige Leiter des Planungsamtes waren nicht unter den Zuhörern, dafür aber ca. hundert engagierte Bürger, mit vielen Beiträgen.

>>> PDF "Turmbau zu B.?"

Richmond-Kaserne

Die Lebensqualität von Bielefeld gründet sich wesentlich auf das innerstädtische Grün: Der Naturpark Teutoburger Wald quer durch die Stadt und das geliebte Grünzugsystem. Aber es gibt im Stadtgebiet auch viele benachteiligte Quartiere mit wenig Grün und ohne öffentliche Räume für Ruhe, Erholung, Begegnung. Typischerweise sind dies oft die Viertel mit altem Gewerbe und Brachen in außerstädtischem Besitz (Firmen, Bund, Bahn o.a.).

Zuweilen öffnet sich aber gerade hier das Fenster für eine überraschende Chance. Wenn eine Firma aufgibt oder wegzieht, wenn eine Kaserne überflüssig geworden ist, wird über Folgenutzungen nachgedacht. Im allgemeinen übergibt man die Aufgabe an professionelle Entwickler oder Investoren; diese suchen aber wesensgemäß nach Lösungen mit Rendite.

Pro Grün hat sich in seiner über 25-jährigen Geschichte immer wieder darum bemüht, auf die Chancen und Zeitfenster für das öffentliche Grün im Ensemble mit wertvolleer Bausubstanz aufmerksam zu machen. Und es ist an vielen Stellen in der Stadt gelungen, im Zusammenwirken von engagierten Bürgern, Politik, Verwaltung und Anliegern zu schönen Erfolgen zu kommen - heute zumeist Schmuckstücke, ohne die die Stadt ärmer wäre, ohne es überhaupt zu wissen.

Diesmal geht es um die gemeinsame Idee von pro grün e.V. und der Fördergesellschaft der Fachhochschule Bielefeld e.V., aus dem teilweise noch düsteren Areal von ehemaliger Richmond-Kaserne und eingeschlossenen Freiflächen einer öffentlich zugänglichen Campus zu machen, als eine grüne und lebendige Insel im benachteiligten ›V. Kanton‹ zwischen Heeper und Herforder Straße.

Wir empfehlen diese Idee der besonderen Aufmerksamkeit der Politik und Verwaltung in Stadt und Land auch der interessierten Anlieger der künftigen Grünen Insel.

Bielefeld im Februar 2000

>>> PDF "Grüne Insel - Alte Richmond Kaserne"

Haller Willem

Pro Grün arbeitet gerne mit anderen Initiativen zusammen, man hilft mit Geld oder Ideen oder Überzeugungsarbeit. So war es auch bei der Revitalisierung des ›Haller Willems‹. Die Bundsbahn hatte diese alte Regionalbahn jahrelang verkommen lassen, die Gleise zwischen Bad Rothenfelde nach Osnabrück waren bereits unbefahrbar, die Trasse sollte dringend sterben. Die Gelegenheit der Expo 2000 wurde genutzt, um die Trasse zu ertüchtigen und nach Osnabrück wieder zu eröffnen. Die Züge wurden neu beschafft, die Nordwestbahn betreibt die Strecke wieder gewinnbringend und komfortabel. Die Region hat wieder einen Zusammenhalt auch ohne Stau und Straße.



Übrigens: Man kann noch heute die alten Bahnhöfe von früheren Bahnen um Bielefeld herum sehen, als Baudenkmal wie in Schildesche, als Lokal wie in Jöllenbeck, als Bistro und Lagerraum in Werther etc. Vielleicht kommen wir per Stadtbahn auf einigen Strecken dahin, wo wir schon mal waren ...

Biologie-Station Olderdissen

Schön war es, als das Arbeitsamt Initiativen förderte, die ›zusätzlich‹ zum ersten Arbeitsmarkt waren. Die Einrichtung einer Biologie-Station mit einem Klassenraum und mit einer ausgebildeten Biologielehrerin und Verhaltensforscherin war über mehrere Jahre ein attraktiver Ort für Schüler und Bürger. Unvergesslich wird es für viele Besucher sein, das Verhalten z.B. der Wölfe zu lesen und zu verstehen, wo man sonst nur die Tiere selbst liegen oder laufen sieht. »Man sieht nur, was man weiß«, soll Goethe gesagt haben (das stimmt auf jeden Fall; allerdings kann man auch etwas sehen lernen, was man noch nicht weiß).

Grüner Stadtring

Bielefeld war einmal – wie viele alte Städte in Deutschland – eine mittelalterliche Stadt, mit Altstadt und Neustadt und Burg und Wällen und Gräben. Dann kamen die Bombennächte und später die Bagger und Straßenbauer und die Stadt hatte nur noch wenige unverwechselbare Orte, wie z.B. die Sparrenburg. Der alte Grundriss mit den Wallanlagen ist aber noch zu erkennen, z.B. am sogenannten ›Hufeisen‹ um die ehemalige Altstadt.



Der Leiter der Kunsthalle Ulrich Weisner hatte die Idee, diese alten Wälle trotz Asphalt wieder sichtbar zu machen, mit durchgehenden Baumreihen, wie es Joseph Beuys mit der Aktion ›Stadtverwaldung‹ zur ›documenta‹ in Kassel vorgemacht hatte. Pro Grün kümmerte sich um die Spender und legte ein großes Lederalbum im Stadtarchiv auf, in dem die Spender aufgeschrieben stehen – z.B. eine Reihe von Firmen, die für jeden ihrer Lehrlinge einen Baum spendeten. Heute sind die jungen Bäume schon sehr ansehnlich, und man mag sich gar nicht mehr vorstellen, dass hier einmal nur wilde Parkplätze auf Restflächen waren, direkt um die Altstadt.

Bielefelder Höfekalender

Das kulturelle Erbe der Umgegend von Bielefeld ist sehr ansehnlich, z.B. die Höfe im Ravensberger Hügelland und in der Senne, aber auch die Kotten im Teutoburger Wald und die großen Höfe am ehemaligen Stadtrand.
Einige Höfe gibt es noch heute, aber viele sind verschwunden. Z.B. hat der Voltmannshof im Westen der Stadt seine Flächen für die neue Universität hergegeben, aber der Hof selbst ist mit neuer Nutzung erhalten geblieben. Auch der alte Hof Meyer zu Jerrendorf hat seine Flächen vor Jahrzehnten hergegeben für einen damals geplanten See, aber die Hofstelle selbst gibt es noch heute, für Reiter.
Andere Höfe wurden dagegen abgerissen, als man in Jöllenbeck an der Stadtgrenze einen Flughafen plante – „mit sofortiger Vollziehbarkeit“, damit es keine Hindernisse mehr gab. Die Häuser sind nun weg, einen Flughafen gibt es aber hier nicht. Der Kalender zeigt eine Reihe von Fällen, zu Rettung und Verlust unseres kulturellen Erbes.

Bielefelder Abrisskalender

Die alte Ravensberger Spinnerei wurde seinerzeit von der Stadt gekauft, um sie abzureißen für ein Straßenkreuz; ohne diese neue Kreuzung sollte der Verkehr zusammenbrechen, meinte die Planungsbehörde und die Ratsmehrheit damals.
Die Bürger liefen Sturm und organisierten sich in einem Förderkreis mit vielen „Promis“ und in letzter Minute konnte das Fabrikschloss gerettet werden. Sie ist heute eines der wenigen Juwelen der Stadtgestalt und wird intensiv genutzt durch die Volkshochschule und eines der schönsten Kinos von Deutschland.
Die Geschichte der Rettung ist exemplarisch für viele andere Fälle; aber es hat sich in Bielefeld gezeigt, dass jeder Fall neu behandelt werden muss, immer wieder von Anfang. Kooperatives Lernen aus Erfahrungen scheint sehr schwer zu sein.
Der Kalender verschafft ein Wechselbad der Gefühle: Wie schön war unsere Stadt an vielen Ecken, was ist alles leichthin abgerissen worden, wie schön, dass manches doch gerettet werden konnte! Man sollte mal eine Fotomontage machen ohne diese Rettungen – es wäre vermutlich ein Desaster, wenn man noch einen Funken Ästhetik und Kreativität in sich spürt.

Piderits Bleiche

Wieder mal eine alte Fabrik, in Bauweise und Gestalt eine stolze Zeugin der Vergangenheit.
Aber sie soll abgerissen werden, weil es keinen Nachnutzer gibt. Angeblich. Die Devise von Pro Grün ist immer mal wieder: „Wir kennen auch keinen Nachnutzer, aber wir werden einen finden.“ – Der alte Ortsheimatpfleger Neumann hatte sich die Finger wund geschrieben, er hatte keine Chance.
Pro Grün kennt aber viele Menschen und diese kennen wieder viele Menschen. Und so ist heute die alte Fabrik in der Senne Heimat für kreative Büros. „Loft“ nennt man modisch solche Räumlichkeiten, die in der Innenstadt auch für das Wohnen hoch attraktiv sein können.

CVJM-Heim

Eine Kirchengemeinde baut sich ein neues Gemeindehaus, modern, gesichtslos, funktional. Damit ist das alte Gemeindehaus überflüssig geworden, ›abgängig‹ nennen das manche Fachleute. Man kann es auch ›abgängig‹ machen, durch bewusste Verwahrlosung und Erzeugung von Sachzwängen.
Wieder musste gegen einen Eigentümer, diesmal die Kirche, Sturm gelaufen werden. Pro Grün musste auch aktiv helfen, einen Investor zu finden und diesen rechtlich und im Verfahren zu stärken.
Ein stadtviertelprägendes Gebäude, heute u.a. genutzt als Kita und als alternatives Theater, ist erhalten geblieben. Kaum vorzustellen, wenn es verschwunden wäre und irgendein Investor hier freie Hand erhalten hätte, für irgendein gesichtsloses Altenheim vermutlich.

Galerie Rodin

Am Nebelswall in der Fluchtlinie des Ratsgymnasiums gibt es eine Reihe wertvoller Einzelhäuser, im Kontext mit der alten friederizianischen Kaserne durchaus als Ensemble zu bezeichnen.
Ein leitender Beamter der Stadt hatte die Idee, hier ein (verwahrlostes) klassizistisches Haus abzureißen und an dieser Stelle eine Parkplatzzufahrt zu schaffen. Es handelte sich um ein sogenanntes Geschäft der laufenden Verwaltung, niemand in der Öffentlichkeit hätte vorher davon erfahren; die Bagger waren tatsächlich schon bestellt, sie hätten allenfalls einen Tag für ihr Werk gebraucht.
Pro Grün erfuhr davon auf eigenen Kanälen und schaffte es in Stunden, das Zerstörungswerk zu stoppen.
Der Parkplatz hat eine andere Zufahrt bekommen. Das Haus ist wunderschön restauriert, sucht allerdings wieder einen neuen Nutzer; mehrere gastronomische Versuche und Galerien mussten wieder aufgeben, allerdings nicht wegen des Hauses.

Teutoburger Waldheim



Am Rand des Teutoburger Waldes liegt ein großes Jugendstilgebäude, das lange Zeit als Sanatorium und Klinik genutzt worden war. Das städtische Krankenhaus brauchte das Haus nicht mehr und wollte es abreißen. Aber zugleich handelt es sich um ein kulturelles Erbe, fast wie im Zauberberg. Die Stadt wollte das Gebäude los werden, aber nicht als Kulturbanausin erscheinen; sie überließ es deshalb jahrelang alternativen Nutzern aus der Punkszene und anderen. Pro Grün sicherte das Gebäude dadurch, dass es der westfälische Denkmalschutz unter Schutz stellte. Nach langer Suche und wiederum in einer Phase des bewussten und gewollten Verfalls fand sich ein Investor, der hier ein Ensemble für edles Wohnen in privilegierte Lage schuf. In einem ähnlichen Konzept wird auch die alte Jugendherberge am Rand des Teutoburger Waldes neu genutzt. Man darf hier wohnen, wo sonst planerisch ein Tabu herrscht und dafür erhält man ein wertvolles Gebäude mit privatem Kapital – eine win-win-Situation, meint Pro Grün.

Ravensberger Spinnerei

Die alte Ravensberger Spinnerei war das erste große Projekt mit Pro Grün, in einer großen bürgerschaftlichen Anstrengung.

Man stelle sich vor, andere Städte würden ihre Schlösser oder Parks als Planungsreserve für eine autogerechte Stadt nutzen – wie sähe es dann in Deutschland aus?
Man käme gut mit dem Auto durch ein Quartier, wo man freilich heute auch so gut zurecht kommt... – Die Geschichte der Ravensberger Spinnerei ist oft erzählt worden (vgl. auch Projekt „Abrisskalender“).
Kurz vor dem Ende des großen Streits entschied sich die Mehrheit im Rat, das Gebäude zu erhalten, aber das Straßenkreuz in einem Trog durch den Park zu führen, unter der schlechten Parole eines „Kompromisses“. Manchmal darf es aber keinen Kompromiss geben. Und so stand ganz am Ende des Streits dann die Rettung im Ganzen und der Deutsche Preis für Denkmalschutz.