pro grün

Viele Projekte waren erfolgreich, manche nicht. Immer wurde im Bündnis gehandelt, mit anderen Vereinen, Gremien und Personen. Ohne pro grün gäbe es manche Gebäude, manche Landschaftsteile in der heutigen Form nicht mehr. Manchmal genügen einige Tage der Verhandlung, manchmal dauert es Jahre. Pro Grün ist aufmerksam, ›stört‹, rettet, zum Wohle des Stadtbildes und der Landschaft. Immer wieder neu.
pro grün will die Platanenallee an der Hammer Mühle retten

›NW-Artikel "Platanen-Allee soll für Kanal geopfert werden"‹

›NW-Artikel "Platanen-Allee in Gefahr"‹

›NW-Artikel "Platanen: Politiker müssen entscheiden"‹

›NW-Artikel "Politiker entscheiden über Zukunft der Platanen"‹

›WB-Artikel "Stadt will 35 Bäume fällen"‹

›WB-Artikel "Die Politik hat das letzte Wort"‹
Der Weg zur Bürgerdemokratie
Am 25. Februar 2011 veranstaltete pro grün eine Podiumsdiskussion zum Thema "Bürgerbeteiligung in Bielefeld". Über 200 Gäste kamen in die Ravensberger Spinnerei und diskutierten lebhaft mit. Bielefelder Politiker, die pro grün eingeladen hatte, blieben bis auf wenige Ausnahmen der Veranstaltung fern - eine vertane Chance. Sie hätten erlebt, wie viel Druck auf dem Kessel ist und dass es verärgerte Menschen nicht nur in Stuttgart gibt. Peter Conradi, einer der Wortführer am Runden Tisch in Stuttgart, war als Hauptredner nach Bielefeld gekommen. Als Medienpartner konnte pro grün die Neue Westfälische gewinnen. ››› PDF
›Bielefeld 21 – reden wir früher ?!‹


›NW-Artikel "Der Weg zur Bürgerdemokratie"‹


››› zum Filmbericht
Schloßhof Aufgeschreckt durch Pressemeldungen, nach denen der "Schloßhof" im "Alten Bielefelder Westen" nach dem Eigentümerwechsel für einen Gaststättenneubau abgerissen werden soll, schloss sich pro grün dem "Aktionsbündnis Schloßhof" an mit dem Ziel, eine bauliche Lösung im Rahmen des Bestandsschutzes zu erreichen und wesentliche Teile des Schloßhofes unter Denkmalschutz zu stellen, um so diesen wichtigen Geschichtsort und Ort der Erinnerung zu bewahen und ihn in eine aktualisierte Nutzung zu integrieren. ››› siehe PDF
Strothbachwald: unersetzlich! Zusammen mit den Bielefelder Umweltverbänden und anderen Vereinen engagiert sich pro grün e.V. für den Schutz des Strothbachwaldes in der Senne. Das Naturschutzgebiet soll einer Spedition weichen, die dort ihr Betriebsgelände erweitern will. Das von dem Unternehmen vorgelegte Gutachten strotzt vor Fehlern. Bereits vor über 10 Jahren hatte pro grün e.V. gewarnt, dass die Ansiedlung einer Spedition an dieser Stelle langfristig zu Konflikten führen wird. Jetzt bestätigen sich die Befürchtungen. Die Umweltverbände fordern von der Stadt Bielefeld, das kommunale Waldgrundstück nicht an die Spedition zu verkaufen. ››› PDF ›Gemeinsame Erklärung der Verbände‹

›Kritik des Gutachtens‹

›Artikel Westfalenblatt‹

›Artikel Neue Westfälische‹
Kommunalwahl 2009 Wie umweltfreundlich sind unsere Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters? Auf Initiative von pro grün laden die vier Bielefelder Umweltverbände anlässlich der Kommunalwahl zu einem großen Gespräch mit der Kandidatin/den Kandidaten für das Amt des Bielefelder Oberbürgermeisters ein. Am 3. Juni kommen über 200 Bielefelder in die Ravensberger Spinnerei und diskutieren engagiert unter der Leitung eines professionellen Moderators. Als größtes Naturschutzproblem der Stadt wird an diesem Abend der ungezügelte Flächenverbrauch gesehen. Da ist Handlungsbedarf!
Lange Lage Mit einem Plan B sorgt pro grün für viel Diskussion in der Bielefelder Öffentlichkeit. Universität und Fachhochschule wollen in einem unbebauten Grüngürtel Landschaft verbrauchen, um mit neuen Gebäuden zu wachsen. Dass die Bielefelder Hochschulen expandieren begrüßt pro grün. Allerdings wurde in den Plänen nicht einmal geprüft, ob das Wachstum nicht auch auf vorhandenen Flächen, ohne zusätzlichen Landschaftsverbrauch möglich ist. Dieses Planen auf der grünen Wiese ohne an Alternativen zu denken darf es in einer Zeit, in der der Landschaftsverbrauch auch nach der Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel eines der wichtigsten Probleme ist, nicht geben. Darum hat pro grün den Plan B entwickelt. Der zeigt, wie das Denken in Alternativen funktioniert. ››› siehe PDF
Offenlegung der Lutter Auf einer alten Postkarte im Stadtarchiv entdeckten wir die Unterschrift ›Bielefeld – Das Venedig des Nordens‹.
Die Lutter war also nicht nur ein ökologisches Thema als Fließgewässer. Die Lutter war vielmehr früher einmal stadtbildprägend gewesen. • Wir haben recherchiert und geprüft, ob die Lutter wieder aus den ›modernen‹ unterirdischen Kanalrohren befreit werden könnte. Die Initiative fand große Resonanz (abgesehen von einigen bekannten Berufsnörglern, die vor Ratten, Müll und toten Kindern warnten) und es gründete sich der Verein ›Pro Lutter‹. Es wurde Geld gesammelt, um den Eigenanteil der Stadt für eine Landesförderung der Maßnahme zu finanzieren. • Heute gurgelt die Lutter vor dem Gymnasium am Waldhof und erfreut Schüler, Kinder und Bürger; die Planungen für eine weitere Freilegung in der Ravensberger Straße laufen zur Zeit. Am Ende wird es ein blaues Band der Lutter von der Stadtmitte bis in die Außenbezirke zu den drei großen Stauteichen geben, zu Fuß oder mit dem Rad kann man ein Juwel in unserer Stadt wieder entdecken. ››› PDF ›Lust auf Lutter‹
Haller Willem Pro Grün arbeitet gerne mit anderen Initiativen zusammen, man hilft mit Geld oder Ideen oder Überzeugungsarbeit.
So war es auch bei der Revitalisierung des ›Haller Willems‹. Die Bundsbahn hatte diese alte Regionalbahn jahrelang verkommen lassen, die Gleise zwischen Bad Rothenfelde nach Osnabrück waren bereits unbefahrbar, die Trasse sollte dringend sterben. Die Gelegenheit der Expo 2000 wurde genutzt, um die Trasse zu ertüchtigen und nach Osnabrück wieder zu eröffnen. Die Züge wurden neu beschafft, die Nordwestbahn betreibt die Strecke wieder gewinnbringend und komfortabel. Die Region hat wieder einen Zusammenhalt auch ohne Stau und Straße.



Übrigens: Man kann noch heute die alten Bahnhöfe von früheren Bahnen um Bielefeld herum sehen, als Baudenkmal wie in Schildesche, als Lokal wie in Jöllenbeck, als Bistro und Lagerraum in Werther etc. Vielleicht kommen wir per Stadtbahn auf einigen Strecken dahin, wo wir schon mal waren ...
Biologie-Station Olderdissen Schön war es, als das Arbeitsamt Initiativen förderte, die ›zusätzlich‹ zum ersten Arbeitsmarkt waren.
Die Einrichtung einer Biologie-Station mit einem Klassenraum und mit einer ausgebildeten Biologielehrerin und Verhaltensforscherin war über mehrere Jahre ein attraktiver Ort für Schüler und Bürger. Unvergesslich wird es für viele Besucher sein, das Verhalten z.B. der Wölfe zu lesen und zu verstehen, wo man sonst nur die Tiere selbst liegen oder laufen sieht. »Man sieht nur, was man weiß«, soll Goethe gesagt haben (das stimmt auf jeden Fall; allerdings kann man auch etwas sehen lernen, was man noch nicht weiß).
Grüner Stadtring Bielefeld war einmal – wie viele alte Städte in Deutschland – eine mittelalterliche Stadt, mit Altstadt und Neustadt und Burg und Wällen und Gräben.
Dann kamen die Bombennächte und später die Bagger und Straßenbauer und die Stadt hatte nur noch wenige unverwechselbare Orte, wie z.B. die Sparrenburg. Der alte Grundriss mit den Wallanlagen ist aber noch zu erkennen, z.B. am sogenannten ›Hufeisen‹ um die ehemalige Altstadt.



Der Leiter der Kunsthalle Ulrich Weisner hatte die Idee, diese alten Wälle trotz Asphalt wieder sichtbar zu machen, mit durchgehenden Baumreihen, wie es Joseph Beuys mit der Aktion ›Stadtverwaldung‹ zur ›documenta‹ in Kassel vorgemacht hatte. Pro Grün kümmerte sich um die Spender und legte ein großes Lederalbum im Stadtarchiv auf, in dem die Spender aufgeschrieben stehen – z.B. eine Reihe von Firmen, die für jeden ihrer Lehrlinge einen Baum spendeten. Heute sind die jungen Bäume schon sehr ansehnlich, und man mag sich gar nicht mehr vorstellen, dass hier einmal nur wilde Parkplätze auf Restflächen waren, direkt um die Altstadt.
Bielefelder Höfekalender Das kulturelle Erbe der Umgegend von Bielefeld ist sehr ansehnlich, z.B. die Höfe im Ravensberger Hügelland und in der Senne, aber auch die Kotten im Teutoburger Wald und die großen Höfe am ehemaligen Stadtrand.
Einige Höfe gibt es noch heute, aber viele sind verschwunden. Z.B. hat der Voltmannshof im Westen der Stadt seine Flächen für die neue Universität hergegeben, aber der Hof selbst ist mit neuer Nutzung erhalten geblieben. Auch der alte Hof Meyer zu Jerrendorf hat seine Flächen vor Jahrzehnten hergegeben für einen damals geplanten See, aber die Hofstelle selbst gibt es noch heute, für Reiter. Andere Höfe wurden dagegen abgerissen, als man in Jöllenbeck an der Stadtgrenze einen Flughafen plante – „mit sofortiger Vollziehbarkeit“, damit es keine Hindernisse mehr gab. Die Häuser sind nun weg, einen Flughafen gibt es aber hier nicht. Der Kalender zeigt eine Reihe von Fällen, zu Rettung und Verlust unseres kulturellen Erbes.
Bielefelder Abrisskalender Die alte Ravensberger Spinnerei wurde seinerzeit von der Stadt gekauft, um sie abzureißen für ein Straßenkreuz; ohne diese neue Kreuzung sollte der Verkehr zusammenbrechen, meinte die Planungsbehörde und die Ratsmehrheit damals.
Die Bürger liefen Sturm und organisierten sich in einem Förderkreis mit vielen „Promis“ und in letzter Minute konnte das Fabrikschloss gerettet werden. Sie ist heute eines der wenigen Juwelen der Stadtgestalt und wird intensiv genutzt durch die Volkshochschule und eines der schönsten Kinos von Deutschland. Die Geschichte der Rettung ist exemplarisch für viele andere Fälle; aber es hat sich in Bielefeld gezeigt, dass jeder Fall neu behandelt werden muss, immer wieder von Anfang. Kooperatives Lernen aus Erfahrungen scheint sehr schwer zu sein. Der Kalender verschafft ein Wechselbad der Gefühle: Wie schön war unsere Stadt an vielen Ecken, was ist alles leichthin abgerissen worden, wie schön, dass manches doch gerettet werden konnte! Man sollte mal eine Fotomontage machen ohne diese Rettungen – es wäre vermutlich ein Desaster, wenn man noch einen Funken Ästhetik und Kreativität in sich spürt.
Piderits Bleiche Wieder mal eine alte Fabrik, in Bauweise und Gestalt eine stolze Zeugin der Vergangenheit.
Aber sie soll abgerissen werden, weil es keinen Nachnutzer gibt. Angeblich. Die Devise von Pro Grün ist immer mal wieder: „Wir kennen auch keinen Nachnutzer, aber wir werden einen finden.“ – Der alte Ortsheimatpfleger Neumann hatte sich die Finger wund geschrieben, er hatte keine Chance. Pro Grün kennt aber viele Menschen und diese kennen wieder viele Menschen. Und so ist heute die alte Fabrik in der Senne Heimat für kreative Büros. „Loft“ nennt man modisch solche Räumlichkeiten, die in der Innenstadt auch für das Wohnen hoch attraktiv sein können.
CVJM-Heim Eine Kirchengemeinde baut sich ein neues Gemeindehaus, modern, gesichtslos, funktional.
Damit ist das alte Gemeindehaus überflüssig geworden, ›abgängig‹ nennen das manche Fachleute. Man kann es auch ›abgängig‹ machen, durch bewusste Verwahrlosung und Erzeugung von Sachzwängen. Wieder musste gegen einen Eigentümer, diesmal die Kirche, Sturm gelaufen werden. Pro Grün musste auch aktiv helfen, einen Investor zu finden und diesen rechtlich und im Verfahren zu stärken. Ein stadtviertelprägendes Gebäude, heute u.a. genutzt als Kita und als alternatives Theater, ist erhalten geblieben. Kaum vorzustellen, wenn es verschwunden wäre und irgendein Investor hier freie Hand erhalten hätte, für irgendein gesichtsloses Altenheim vermutlich.

Galerie Rodin Am Nebelswall in der Fluchtlinie des Ratsgymnasiums gibt es eine Reihe wertvoller Einzelhäuser, im Kontext mit der alten friederizianischen Kaserne durchaus als Ensemble zu bezeichnen.
Ein leitender Beamter der Stadt hatte die Idee, hier ein (verwahrlostes) klassizistisches Haus abzureißen und an dieser Stelle eine Parkplatzzufahrt zu schaffen. Es handelte sich um ein sogenanntes Geschäft der laufenden Verwaltung, niemand in der Öffentlichkeit hätte vorher davon erfahren; die Bagger waren tatsächlich schon bestellt, sie hätten allenfalls einen Tag für ihr Werk gebraucht. Pro Grün erfuhr davon auf eigenen Kanälen und schaffte es in Stunden, das Zerstörungswerk zu stoppen. Der Parkplatz hat eine andere Zufahrt bekommen. Das Haus ist wunderschön restauriert, sucht allerdings wieder einen neuen Nutzer; mehrere gastronomische Versuche und Galerien mussten wieder aufgeben, allerdings nicht wegen des Hauses.


Teutoburger Waldheim Am Rand des Teutoburger Waldes liegt ein großes Jugendstilgebäude, das lange Zeit als Sanatorium und Klinik genutzt worden war.
Das städtische Krankenhaus brauchte das Haus nicht mehr und wollte es abreißen. Aber zugleich handelt es sich um ein kulturelles Erbe, fast wie im Zauberberg. Die Stadt wollte das Gebäude los werden, aber nicht als Kulturbanausin erscheinen; sie überließ es deshalb jahrelang alternativen Nutzern aus der Punkszene und anderen. Pro Grün sicherte das Gebäude dadurch, dass es der westfälische Denkmalschutz unter Schutz stellte. Nach langer Suche und wiederum in einer Phase des bewussten und gewollten Verfalls fand sich ein Investor, der hier ein Ensemble für edles Wohnen in privilegierte Lage schuf. In einem ähnlichen Konzept wird auch die alte Jugendherberge am Rand des Teutoburger Waldes neu genutzt. Man darf hier wohnen, wo sonst planerisch ein Tabu herrscht und dafür erhält man ein wertvolles Gebäude mit privatem Kapital – eine win-win-Situation, meint Pro Grün.
Raspi Die alte Ravensberger Spinnerei war das erste große Projekt mit Pro Grün, in einer großen bürgerschaftlichen Anstrengung.
Man stelle sich vor, andere Städte würden ihre Schlösser oder Parks als Planungsreserve für eine autogerechte Stadt nutzen – wie sähe es dann in Deutschland aus? Man käme gut mit dem Auto durch ein Quartier, wo man freilich heute auch so gut zurecht kommt... – Die Geschichte der Ravensberger Spinnerei ist oft erzählt worden (vgl. auch Projekt „Abrisskalender“). Kurz vor dem Ende des großen Streits entschied sich die Mehrheit im Rat, das Gebäude zu erhalten, aber das Straßenkreuz in einem Trog durch den Park zu führen, unter der schlechten Parole eines „Kompromisses“. Manchmal darf es aber keinen Kompromiss geben. Und so stand ganz am Ende des Streits dann die Rettung im Ganzen und der Deutsche Preis für Denkmalschutz.
 
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